Tantra und Berührung
Vor einigen Jahren begegnete mir der Begriff Tantra zum ersten Mal
und wie viele andere Menschen, so stand auch ich diesem Weg erst
einmal mit Skepsis gegenüber.
Der Grund dafür war meine Unwissenheit.
Ich orientierte mich an dem, was allgemein über Tantra verbreitet
wurde, ohne wirklich etwas darüber zu wissen.
So dauerte es viele Jahre, bis ich mutig genug war, mich dennoch für
Tantra zu öffnen und ein Seminar zu besuchen.
Dieses erste Tantraseminar wurde für mich zu einem einschneidenem Erlebnis und
die Reise zu mir nahm ihren Lauf.
Was ist eigentlich Tantra?
Tantra wird leider immer wieder fehlinterpretiert.
In der Öffentlichkeit ist ein sehr verzerrtes Bild entstanden,
bei dem der wahre tantrische Gedanke verloren gegangen ist.
Ein Mangel an Informationen und auch die Darstellung der Medien
sind nur zwei Gründe dafür.
Menschen, die sich noch nie mit Tantra auseinandergesetzt haben,
wird der Zugang dadurch leider sehr erschwert.
Tantra ist ein ganzheitlicher Weg zu sich selbst.
Wer sich auf die Vielfalt des Tantra einläßt, kann sich selbst tiefer
kennenlernen und entdeckt einen ganz neuen Zugang zu sich und
seiner Gefühlswelt.
Die Verbindung der Herzenergie mit der sexuellen Energie, dem
Herzchakra mit dem Sexualchakra, sind wesentlicher Inhalt des
tantrischen Gedankens.
Tanta ist die Einheit von Sexualität, Herz und Bewusstsein und
lädt uns u.a. ein, unsere Unschuld als sinnliches, sexuelles Wesen
wieder zu entdecken, sie für uns in Besitz zu nehmen und zu feiern.
Es ermöglicht die Erweiterung unserer Begegnungs- und Beziehungsfähigkeit.
Tantra lehrt uns, den Körper als Tempel der Seele zu sehen und erlaubt uns, die
sexuelle Energie als stärkste Quelle für Lebensfreude und Kraft anzuerkennen.
Im Tantra wird die sinnliche und lustvolle Erfahrung nicht ausgeschlossen.
Es wird kein schnelles sexuelles Abenteuer, sondern wir begegnen alten Wunden
und Verletzungen, die wir in unserer Sexualität durch Ignoranz, Heimlichkeiten,
oder sogar durch direkten Missbrauch erfahren haben.
Im Tantra stellt man sich diesen Verletzungen, um sie zu heilen.
Warum gehen wir also den tantrischen Weg?
Wir lernen, mit der eigenen Vergangenheit umzugehen, Grenzen zu setzen,
Bedürfnisse auszudrücken, anderen Menschen liebevoll und achtsam zu
begegnen, Konflikte in Beziehungen zu lösen und somit eine positive
Entwicklung anzustreben.
Wir lernen, uns selbst zu lieben, uns zu vertrauen und anzunehmen,
mit allem, was wir sind.
Ein bewusstes JA zu mir...
so kann tiefe Wandlung geschehen.
Die Berührung des Körpers, ist ein Bestandteil des tantrischen Weges.
Sie ermöglicht uns, die Gedanken gehen zu lassen und dem Fühlen mehr
Raum zu geben.
Tantra ist eine Lebensauffassung, eine Art das Leben zu
betrachten, mit viel Respekt für alles Lebendige.
Was geschieht in einer Tantra-Gruppe?
Es finden sich Menschen zusammen, die gemeinsam den Weg
in ein bewussteres Leben gehen möchten.
Hier arbeiten wir mit dem Körper, der Bewegung, dem Spüren und Berühren,
dem Tanz, Musik, Stille, Meditation und tiefer Begegnung.
Tantra bedeutet verweben, erweitern und wurde ca. 5000 v.Chr. in Indien
durch den Kult um den Hindu-Gott Shiva und seiner Gefährtin, der Göttin
Shakti geboren.
Shiva wurde als die Verkörperung reinen Bewusstseins im Zustand höchster
Ekstase und Shakti als die Verkörperung reiner Energie verehrt.
Der freudige Tanz von Shiva und Shakti spiegelt sich in allen Lebewesen wieder.
Er manifestiert sich als Lust, Schönheit und Glück und verkörpert das liebevolle
Miteinander von Mann und Frau.
Tantra zeigt den spirituellen Weg auf, Sexualität, Bewusstsein und Liebe in Einklang
zu bringen.